Trainer Harald Claas im großen RNZ Interview

Trainer Harald Claas ist verantwortlich für die gute Stimmung im SGK Team
Trainer Harald Claas ist verantwortlich für die gute Stimmung im SGK Team

Nach dem spannenden Heidelberg-Derby zwischen seiner SGK und der Bundesligareserve der KTG Heidelberg stand der Trainer der Kirchheimer Turner Rede und Antwort im großen RNZ-Interview.

 

> Herr Claas, warum hat Ihre SG Kirchheim dieses Derby gewonnen?

Wir haben gewonnen, weil wir die einfacheren Übungen an den verschiedenen Geräten geturnt, diese aber fehlerfrei über die Bühne gebracht haben. Die KTG hat schwerere Übungen absolviert, aber dabei sind den Turnern entscheidende Patzer am Barren und am Reck unterlaufen. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Jungs, denn die KTG war Favorit.

 

> Bei Ihrem Team war der Altersdurchschnitt signifikant höher.

Ja, die Mannschaften der KTG bestehen vorwiegend aus jungen Talenten, die in Leistungskadern an fünf Tagen der Woche trainieren und im Turnzentrum Heidelberg somit besonders gefördert werden. Die meisten Athleten der KTG II, die wir bezwungen haben, sind jünger als 16 Jahre. Meine Mannschaft ist zwischen 18 und 28 Jahren alt. Meine Turner trainieren nur dreimal pro Woche.

 

> Was darf man sich unter dem KTG-Förderprogramm vorstellen ?

Für die Sportler der KTG wird beispielsweise Nachhilfe bezahlt. Es geht darum, das fordernde, aber notwendige Trainingspensum aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die Schule nicht zu vernachlässigen. Für solche Ausnahmesportler ist der Sprung in die Bundesliga dann auch möglich, das jedenfalls muss ihr Ziel sein.

 

> Man konnte während dieses brisanten Lokalderbys ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden Mannschaften beobachten. Ist das normal?

Naja, meine Mannschaft und die Athleten der KTG II sind Trainingskollegen. Außerdem besteht zwischen den Vereinen ein enges Verhältnis.

 

> Wie zeigt sich dieses enge Verhältnis im Alltag?

Die Athleten, die in jungen Jahren bei der KTG als unserem Spitzensportverein "ausgemustert" wurden, werden an die SG Kirchheim oder andere Vereine abgegeben, damit sie dort an sich arbeiten können und damit ich sie als Trainer aufbauen und verbessern kann. Wenn sich diese Athleten bei uns nachhaltig verbessern, kann es durchaus sein, dass die KTG sie wieder aufnimmt und in ihren Bundesligariegen einsetzt.

 

> Aufgrund des Altersunterschiedes gab einen offensichtlichen Größen- und Kraftunterschied zwischen den beiden Mannschaften. Gibt es einen Körpertypus, der beim Kunstturnen von Vorteil ist?

Das ist schwer zu beantworten. Das Wichtigste sind die Hebelverhältnisse des Athleten in Relation zu seiner Körpergröße. Da haben kleinere Turner einen kleinen Vorteil. Auf der anderen Seite sehen größere Athleten eleganter und imposanter aus. Das sollte man bei der Haltungsnote nicht unterschätzen.

 

> Wie lang muss man trainiert haben, um auf Oberliganiveau zu kommen?

Die Grundlagen werden in jungen Jahren gelegt, im Alter von vier oder fünf Jahren. Um wie meine Mannschaft in der Oberliga zu turnen, muss das Fundament sehr früh gelegt werden. Ohne eine gründliche Ausbildung im Kindesalter kann man kein erfolgreicher Kunstturner werden. Späteinsteiger haben es bei uns schwer.

 

> Wie steht es 2013, im Jahr des Internationalen Deutschen Turnfests in der Metropolregion Rhein-Neckar, um den deutschen Turn-Nachwuchs ?

Da die Kinder immer weniger Zeit für den Sport haben, vor allem wegen des frühen Abiturs nach nur zwölf Schuljahren, merken wir einen gewissen Rückgang an jungen Mitgliedern. Der Grund dafür ist also nicht etwa fehlendes Interesse, sondern schlichtweg Zeitmangel bei den Kindern und Jugendlichen, die zu früh in einen ungesunden Lernstress geraten.

 

> Was it Ihrer Meinung nach das Attraktive am Kunstturnen?

Ein Turner ist auf sich gestelllt. Vor allem die Konzentration wird geschärft. Ich habe gemerkt, dass die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, positive Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Zum Beispiel wirkt es sich günstig auf die Leistungen in der Schule, beim Studium oder im Beruf aus.

 

> Geturnt wurde am Boden, am Seitpferd, den Ringen, am Sprung, dem Barren und am Reck, der komplette olympische Sechskampf also. Können Sie sagen, was unter diesen Geräten am schwierigsten ist?

Ganz klar: Das Seitpferd stellt die meisten Turner vor die größten Problem. Es ist unheimlich kraftraubend und schwierig in der Koordination.

 

> Was sind Ihre Aufgaben als Trainer der SG Kirchheim?

Wie alle Trainer habe ich die Aufgabe, meine Sportler zu motivieren. Im Besonderen muss ich die Athleten in den Trainings in die Lage versetzen, den bestmöglichen Ausgangspunktewert im Wettkampf erreichen zu können. Deshalb ist das Erkennen der Stärken und Schwächen meiner Athleten von großer Wichtigkeit. Manchmal muss ich sie auch trösten, heute fiel das aus...

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